Montag, 19. März 2012

AstroPsychologie: Spezielle Tierkreis-Meditationen

Einleitung

Heute hört man viel von Meditation und es werden immer mehr Techniken angeboten, sich selbst und sein Leben besser zu verstehen. Viele möchten mit geistigen Energien in Verbindung kommen, um von dort her Führung und Hilfe zu erhalten. Mit den Tierkreismeditationen möchte ich nicht eine neue Meditations-Technik anbieten, sondern Ihr Interesse auf die Tatsache lenken, dass monatlich auf unser planetarisches Leben immer neue Energien einströmen, die wir bewusst erkennen und im Leben anwenden können.

Die Astrologie befasst sich schon seit jeher mit dem Menschen und seinen Beziehungen zu kosmischen Energien. Die moderne Richtung der »Astrologischen Psychologie« erkennt im Horoskop die menschliche Psyche, ihre vielfachen Lebensäusserungen, Verhaltensstrukturen, Behinderungen und Entfaltungsmöglichkeiten. Meditation befasst sich ebenfalls mit dem Menschen, aber mehr mit seiner geistigen Dimension, mit seinen tiefsten Wesensschichten, seinem Wesens-Zentrum, das ihn mit allem, was lebt, verbindet. »Ohne Meditation kann der Mensch gar nicht wahrhaft Mensch werden«.

In der Astrologischen Psychologie zeichnen wir das Horoskop mit einem Kreis in der Mitte, der das innerste Wesen, das wahre Selbst, das Wesenszentrum des Menschen symbolisiert. In der astrologischen Deutung versuchen wir, die äusseren um diesen Kreis liegenden Räume und Einflüsse zu erfassen.

Die Planeten in den Zeichen und Häusern, die anzeigen, wie der Mensch auf seine Umwelt reagiert; das Aspektgefüge, welches den Bewusstseinszustand, die inneren Motivationen spiegelt und die Tierkreiszeichen, die die genetische Struktur anzeigen, die Erbmasse, das, was der Mensch ins Leben mitbringt, wozu auch die seelisch-geistigen Anlagen gehören.

Der Zodiak oder die Tierkreiszeichen stellen ein kosmisches Bezugssystem dar, das uns mit den psychischen und geistigen Qualitäten der einzelnen Zeichen in Verbindung bringt.

Bei den Tierkreismeditationen handelt es sich um einen Versuch, mit den kosmischen Quellen der Tierkreiszeichen meditativ in Verbindung zu kommen. Die Tierkreisqualitäten kann man als unaufhörlich sprudelnde Quellen reiner kosmischer Energien sehen, die uns eigentlich immer zur Verfügung stehen. Jeder Mensch hat im individuellen Horoskop diese zwölf Grundqualitäten. Aber jeden Monat, besonders zur Vollmondzeit, strömen diese speziellen Qualitäten in erhöhtem Masse auf die Erde und auf die Menschen ein. Sie prägen nicht nur die Mentalität eines Menschen, der in diesem Zeichen geboren ist, also seine Sonne dort stehen hat, sondern sie stimulieren jeweils das ganze Leben auf unserem Planeten.

Nach alter Überlieferung findet zur Zeit des entsprechenden Vollmondes in jedem Monat eine besondere Energieübertragung statt. In den Tierkreismeditationen können wir uns alleine oder als Gruppe direkt bei Vollmond, an den Tagen davor oder danach, in diese einschalten.

Nach Alice A. Bailey sollen die Vollmondmeditationen in der neuen Weltreligion einen besonderen Platz einnehmen. An den monatlichen Vollmondtagen werden Feierstunden mit rituellen Handlungen abgehalten, wobei es »drei grosse Feiern geben wird, die in drei aufeinanderfolgenden Monaten stattfinden ...«. Diese sind: Das Osterfest im April, das Wesak-Fest im Mai und das Fest des guten Willens im Juni.

Die drei Vollmondfeste

Auszüge aus dem Buch »Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung« von Alice A. Bailey (Seite 507-509)

»Ich möchte die Möglichkeiten solcher geistigen Ereignisse andeuten und versuchen, den Charakter der künftigen, von der ganzen Welt gehaltenen Festtage vorauszusagen. Alljährlich wird es drei grosse Feiern geben, die in drei aufeinanderfolgenden Monaten stattfinden und daher während des Jahres zu einer länger anhaltenden geistigen Anstrengung und Aktivität führen, die auch den Rest des Jahres beeinflussen. Es werden dies die folgenden Festtage sein:

1.  Das Osterfest

Dies ist der Festtag des auferstandenen, lebendigen Christus, des Lehrers aller Menschen und des Oberhauptes der geistigen Hierarchie. Christus ist der Ausdruck der Liebe Gottes. An diesem Tag wird die von ihm geführte und geleitete geistige Hierarchie anerkannt und das Wesen der göttlichen Liebe nachdrücklich betont werden. Das Datum dieses Festes wird stets vom ersten Frühlingsvollmond bestimmt; es ist das grosse Fest des Westens und aller Christgläubigen.

2.    Das Wesak-Fest

Dies ist der Festtag Buddhas, des geistigen Vermittlers zwischen dem höchsten spirituellen Zentrum Shamballa und der Hierarchie. Buddha ist der Ausdruck der Weisheit Gottes, die Verkörperung des Lichtes und der Verkünder der Absichten Gottes. Dieses Fest wird alljährlich auf den Vollmondtag im Mai festgelegt, wie es jetzt der Fall ist. Es ist das grosse Fest im Osten.

3. Das Fest des guten Willens

An diesem festlichen Tag wird man des in der Menschheit lebendigen Geistes gedenken, der sich zu Gott hinsehnt und versucht, mit Gottes Willen in Einklang zu kommen. Dieses Fest ist der Bezeigung rechter menschlicher Beziehungen geweiht und fällt jährlich auf den Juni-Vollmondtag. Es wird ein Tag sein, an dem man die geistige und göttliche Natur im Menschen anerkennen wird. Seit zweitausend Jahren repräsentiert Christus an diesem Festtag die Menschheit; er steht an der Spitze der Hierarchie und im Angesicht von Shamballa als der Gott-Mensch, der Führer seiner Getreuen und als »der älteste in einer grossen Familie von Brüdern« (Römer 8, 29). In jedem Jahr hat er an diesem Tag vor der versammelten Hierarchie die letzte Predigt Buddhas feierlich gesprochen. Dieses Fest wird daher eine Feier tiefer Invokation und Bitten sein, eine Feier fundamentalen Strebens nach Gemeinschaftsgeist, nach menschlicher und geistiger Einheit; es wird dem menschlichen Bewusstsein die Auswirkung des Heilswerkes von Buddha und Christus vor Augen halten.

Diese drei Feiertage werden bereits in der ganzen Weltgefeiert, obwohl sie noch nicht zueinander in Beziehung gebracht sind; sie bilden ein Teilstück der geistigen Annäherung an Gott, die von der geeinten Menschheit erstrebt wird. Es wird die Zeit kommen, da man in der ganzen Welt alle drei Feste zur gleichen Zeit halten wird; mit deren Hilfe wird eine grosse geistige Einheit erzielt werden, und die Auswirkungen der Grossen Annäherungen — die uns jetzt so nahe bevorstehen — werden durch den vereinten Anruf der ganzen Menschheit dieses Planetengefestigt werden.

Die anderen Vollmondtage werden Anlass zu kleineren Feiern sein, doch werden auch diese als sehr bedeutsam erkannt werden; sie werden ins menschliche Bewusstsein die göttlichen Attribute einpflanzen, so wie es an den drei grossen Festtagen mit den drei göttlichen Aspekten geschieht. Diese Aspekte und Eigenschaften Gottes werden durch ein genaues Studium über die Art und Kraft eines bestimmten Tierkreiszeichens oder von Konstellationen, die jene Festmonate beeinflussen, erschlossen und näher bestimmt werden. So wird z.B. das Zeichen des Steinbocks (im Dezember) unsere Aufmerksamkeit auf die erste Einweihung hinlenken — die Geburt Christi im Innern des Herzens — und auf die Schulung hinweisen, die notwendig ist, um im Leben des einzelnen Menschen dieses grosse geistige Ereignis herbeizuführen. Ich führe dieses Beispiel an, um die Möglichkeiten für die geistige Entfaltung anzudeuten, die uns ein rechtes Verstehen dieser Sterneinflüsse vermitteln kann, und um die alten Glaubensbekenntnisse dadurch aufs neue zu beleben, dass man deren grosse und unvergängliche Beziehung zueinander erweitert.

Wir haben daher folgendes Bild:

- Shamballa - der Willensaspekt – Wesak - Mai-Vollmond (Stier)
- Hierarchie - der Liebesaspekt – Ostern - April-Vollmond (Widder)
- Menschheit - göttl. Intelligenz - guter Wille - Juni- Vollmond (Zwillinge)

Die übrigen neun Vollmonde haben mit den göttlichen Wesensmerkmalen und deren Entfaltung in der Menschheit zu tun.

Die Wissenschaft der Meditation

Um an diesen Energie-Übertragungen teilzunehmen, sollte man sich in der Meditation alleine oder in einer Gruppe schulen. Dabei kann man verschiedene Techniken benutzen. Eine davon ist die reflektierende Meditation, in der man über einen Gedanken nachdenkt; eine andere ist die rezeptive Meditation, in der wir uns innerlich öffnen und in Empfangsbereitschaft sind, und dann die schöpferische Meditation, in der wir bewusst Gedankenformen zu einem bestimmten Zweck erschaffen. In den Tierkreismeditationen arbeiten wir mit allen drei Stufen in einer bestimmten Reihenfolge.

Wir beginnen immer mit einer Gleichschaltung der dreifachen Persönlichkeit, (Körper, Gefühl, Denken) um innerlich still zu werden und ausgerichtet zu sein auf das kosmische Geschehen. Dabei versuchen wir immer tiefer in unser Inneres einzutauchen, bis wir ein Lebendigwerden, ein bewusstes Erleben unseres eigentlichen Selbstes erreichen. Erst dann können wir über die persönlichen Grenzen hinausschreiten, in einen übergeordneten kosmischen Raum eintreten und einen Kontakt zu den dynamischen Energie-Einströmungen der einzelnen Tierkreiszeichen herstellen.

Wenn wir uns entspannen und meditativ nach innen gehen, dringen wir in den Bereich des Menschen ein, der das »Unbewusste« oder »Überbewusste« genannt wird, in dem die archetypischen Symbole wohnen und auch die Abbilder der Tierkreiszeichen. Hier entstehen alle religiösen Bilder, Gottbetrachtungen und Einswerdungs-Prozesse. Hier öffnet sich auch das Bewusstsein zu neuen Dimensionen, die in die tiefere Bedeutung der Zeichenqualitäten eindringen lassen.

Wir können uns bewusst diesen hereinströmenden Energien aufschliessen und einen Kanal aus Substanzen der Denk-, Gefühls- und ätherischen Ebene bauen, die einen direkten Zugang zu der geistigen Bedeutung einer Zeichen-Qualität darstellen. Besonders in Gruppenformation werden die aspirativen Kräfte jedes einzelnen verstärkt, der Kanal wird weiter, offener, so dass man viel leichter mit diesen in Verbindung kommen kann. Man kann aber natürlich auch alleine, im stillen Kämmerlein über die Tierkreiszeichen meditieren.

Ist erst einmal so ein »Kanal« oder »Lichtschacht« gebaut, dann ist es relativ leicht, zu jedem Vollmond mit immer wieder anderen Energien Verbindung aufzunehmen. Man kann in der Meditation einen so hohen Punkt der inneren Angleichung, Konzentration und Identifikation erreichen, dass die speziellen Energien leicht heruntertransformiert werden können. Die Gruppe bildet symbolisch ein Reservoir, ein Gefäss oder einen Kelch, in den die einzelnen Tierkreisqualitäten fliessen und an die Menschheit weitergeleitet werden. Diese symbolische Darstellung, die der entsprechenden Qualität jedes Zeichens angepasst ist, stellt einen wichtigen Teil der schöpferischen Phase in der Meditation dar.

Bei diesem schöpferischen Prozess ist zu beachten, dass ein Energiestrom nur dann ununterbrochen fliesst, wenn er in Bewegung bleibt, wenn er durch die Gruppe hindurch an die Umwelt, die Mitmenschen, die Menschheit weitergegeben wird.

Es ist das Gesetz der Invokation und Evokation, das hier wirksam ist. Die vereinte Kraft des Denkens, das geistige Streben, die gemeinsame Anrufung geistiger Prinzipien setzen die Energien erst in Bewegung. Die Invokation löst meistens eine Antwort, ein Herabströmen oder eine Evokation aus. Es wäre verfehlt, diese Energien und Qualitäten für sich selbst beanspruchen zu wollen. Dadurch würde der Fluss gestaut und automatisch den Gesetzen der Beharrung, der Starrheit, der Kristallisation und des Verfalls anheimfallen, die immer eine Zerstörung in sich tragen. Deshalb wendet sich die Gruppe am Schluss jeder Meditation der ganzen Menschheit zu und strömt die hereingekommenen Energien auf diese aus.

Damit ist die Tierkreismeditation in Wirklichkeit eine geistige Dienstleistung, ein Transformationsvorgang, an dem Sie jeden Monat teilnehmen können. Es ist sehr wahrscheinlich, dass vor Urzeiten die Qualitäten der Tierkreiszeichen überhaupt erst auf diese Weise ins Bewusstsein der Menschheit gelangt sind, genau wie jede geistige Beeindruckung, jede neue Offenbarung göttlicher Weisheiten auf diese Weise entsteht.

Wenn wir zu einer gut funktionierenden Meditationsgruppe gehören und auf eine Zeichenqualität besonders intensiv reagieren – vielleicht weil dort unsere Sonne steht oder sich sonst eine wichtige Konstellation in unserem Horoskop in diesem Zeichen befindet – dann ist die Tierkreismeditation meistens mit neuen Erkenntnissen verbunden. Aufgrund bestimmter Techniken des Heruntertransformierens von Energien und Substanzen während der Vollmondperiode und auch der Vorstellungsübung jedes einzelnen Zeichens, werden in den Tierkreismeditationen fast immer Ergebnisse erzielt, denn »Energie folgt den Gedanken«.

Bei der Meditation mit kontrolliertem Denken – der mentalen Meditation – sind die inneren Quellen und Ursachen des Energiestromes mit der äusserlich angestrebten Manifestation verbunden. Den schöpferischen Prozess des Heruntertransformierens kann man folgendermassen beschreiben:

Die Lebenskraft, die alle Manifestation im Sein erhält, ist Energie. Der Mensch ist so ausgerüstet, dass er durch Meditation auf diese Energien reagieren kann. Ein während der Meditation klar ausgerichteter Gedanke oder ein Bild ist ein Mittel, jene wichtigen Aspekte der Lebenskraft oder Energie zu berühren, die wir Licht, Liebe und Leben nennen. Indem wir sie mit unseren Gedanken richtig auslegen, holen wir sie aus der Ideenwelt herunter, lenken sie hin zur geistigen Aktivität und wirken dadurch verwandelnd auf die Lebensformen ein. In den Tierkreismeditationen sollen wir diesen schöpferischen Vorgang immer anstreben. Dieser geht weitgehend über viele moderne Meditationsformen hinaus, wie beispielsweise das »Leermachen«, wobei das Denken von all seinen normalen Funktionen gelöst und dabei oft eher ein Gefühl der Lähmung als das des Friedens erreicht wird. Das Denkvermögen wird auf diese Weise unfähig in der Meditation empfangene Eingebungen auszuwerten.

In den Tierkreismeditationen ist eine wache und schöpferische Beteiligung des Denkens notwendig, um auf einströmende Energien oder Visionen reagieren zu können, diese auch zu registrieren, auszulegen und im Gedächtnis zu behalten. Wie häufig erleben wir, dass Inspirationen oder geistige Eindrücke flüchtig sind. Wenn wir sie mit unseren Gedanken nicht festhalten, dann vergessen wir sie wieder. Deshalb ist es ratsam, immer nach der Meditation – wie übrigens auch nach Träumen – die Gedanken und Ideen, die in uns aufsteigen, sofort niederzuschreiben.

Ein Gedanke oder »Saatgedanke« des betreffenden Tierkreiszeichens, über den »im Lichte der Seele« kontempliert wird, erzeugt neue Gedanken und mentale Erleuchtung, die das praktische Denken interpretiert und anwendet. Mit anderen Worten: Wir bemühen uns, in den Tierkreismeditationen immer tiefer in die Qualitäten der einzelnen Zeichen einzudringen, ein immer grösseres Verständnis zu erlangen, wobei besonders den psychischen und geistigen Zusammenhängen unsere Aufmerksamkeit und unser gemeinsames Bemühen gilt.

Um die Gruppe mental auf die speziellen Tierkreisqualitäten einzustimmen, ist es vorteilhaft, die nachfolgenden Texte über jedes einzelne Zeichen vorzulesen. Die am Ende jedes Zeichens aufgeführte Meditationsform wurde sorgfältig erarbeitet und erprobt. Mit ihr kann man erfahrungsgemäss die besten Wirkungen erzielen.

Zum Beispiel: Fische-Meditation

1. Stufe: Vorbereitung

2. Stufe: Wir sitzen aufrecht. Die Augen schliessen wir, können sie zeitweise öffnen, wenn Spannungen auftreten. Die Hände legen wir auf die Oberschenkel, können sie auch öffnen wie zwei Schalen. Die Füsse stellen wir nebeneinander.

Die tiefste Entspannung des Körpers erlangen wir, indem wir den inneren Schwerpunkt in die Leibesmitte verlagern. Wir lassen den Oberkörper kreisen, bis wir das Empfinden haben, jetzt sitzen wir im Schwerpunkt, im Hara. Auch der Atem dient zur Vorbereitung der Meditation. Wir atmen vier Takte und sagen beim Ausatmen »Loslassen - Niederlassen«, halten den Atem an, »Einswerden«, beim Einatmen »Neuwerden«, beim Anhalten »Selbstsein«. Das machen wir ein paarmal.

3. Stufe: Gleichschaltung der dreifachen Persönlichkeit.

4. Stufe: Zur Gleichschaltung oder Identifikation verwenden wir das heilige Wort OM nach jeder dieser drei Stufen, um alle störenden Schwingungen mit magischer, schöpferischer Kraft zu beseitigen.

Zuerst der physische Körper: Wir sitzen auf dem Stuhl und sind getragen vom Stuhl, von der Erde, vom Planeten; wir sind geborgen und sicher im Haus. Wir werden ganz schwer, verlagern unser Gewicht in den Unterleib, pumpen etwas Luft hinein. Der Rücken ist aufrecht, die Kiefer entspannt. Ich lasse alle Muskeln los, halte nichts fest, fühle in meine Stirn hinein, lasse diese locker und entspannt. Die Stirn wird glatt, das Gesicht freundlich, die Zunge liegt im Unterkiefer, der Atem geht ruhig und gleichmässig durch die Nase »Es atmet mich«. Wir widmen unseren physischen Körper dem Dienste der Seele.

OM

Der Gefühlskörper wird beruhigt durch die Imagination eines blauen Wassers, das immer ruhiger wird; die Wogen glätten sich. Das Licht der Sonne oder des Mondes spiegeln sich darin. Wir empfinden Liebe für alle Menschen und widmen den Gefühlskörper dem Dienste der Menschheit.

OM

Der Mentalkörper: Wir lösen unser ICH von unseren Gedanken. Gedanken kommen und gehen. Wir schauen ihnen ruhig zu, entspannen uns, lassen uns nicht stören. Wir sind frei. Wir widmen unser Denken dem Guten für alle Menschen, der Entfaltung und Erhaltung des Lebens, dem göttlichen Plan menschlicher Evolution.

OM

Gleichschaltung mit der Seele

Nun lassen wir den Schwerpunkt ganz langsam (so wie eine Schnecke kriecht) im Innern des Kopfes hinabgleiten, zwischen den Kiefern, durch den Hals, bis in die obere Brust. Hier lassen wir ihn ruhen. Langsam gleitet unsere Aufmerksamkeit, unser Schwerpunkt, von der

oberen Brust weiter hinab, in die Mitte des Körpers, hinter dem Brustbein bis zur Herzhöhe - bis zu der Stelle, auf die wir zeigen, wenn wir ICH sagen. Hier ruhen wir uns aus. Hier lasse ich mich nieder mit meinem ganzen Wesen und Sein. Ich lasse das OM unhörbar in mir erklingen, und gleich Wellenkreisen nimmt der Ton alles mit sich nach aussen: Alles Belastende, alle Sorgen, Mühen, Ängste werden von dem reinigenden, heiligenden TON weggespült, der in mir vibriert.

Dann entsteht in meinem Innern ein Punkt der tiefsten Ruhe und des Friedens; er breitet sich aus gleich einem Vakuum, einem luftleeren Raum, der mich umgibt wie eine schützende Hülle.

5. Stufe: Visualisationsübung Fische

Ich habe Zeit, unendliche Zeit. Nichts drängt mich. Die Zeit steht still. Ich gebe mich ganz dieser lautlosen Stille hin, die mich mit der Ewigkeit verbindet. Ich lausche mit allen Sinnen erwartungsvoll in die Stille hinein, achte auf das, was sich in mir meldet und wachsen will.

Plötzlich sehe ich vor mir einen langen Gang, schmal und dunkel. In der Ferne leuchtet ein Licht auf, ich erkenne eine lichte Gestalt, die mir zuwinkt. Magnetisch werde ich von ihr angezogen. Ich lasse alles liegen und stehen und gehe langsam den Gang entlang auf die Gestalt zu. Sie kommt mir entgegen und ruft meinen Namen, der mich ganz persönlich trifft und in mir nachklingt. Wir treffen uns, schauen uns im tiefen Erkennen in die Augen.

Dann legt sie den Arm um meine Schulter und sagt: »Du bist am Ziel, komm, folge mir!« Gemeinsam schreiten wir langsam in das grössere Licht hinein.

Wir meditieren über den Saatgedanken:

»Ich verlasse des Vaters Haus,
und indem ich zurückkehre, erlöse ich.«

6. Stufe: Gruppenbemühung

Wir weiten unser Bewusstsein über unseren Umraum hinaus aus und verbinden uns mit den Menschen um uns herum und mit allen, die sich den geistigen Energien zur Vollmondzeit in der Meditation nähern. Wir stehen als Gruppeneinheit auf der Mentalebene in Empfangsbereitschaft auf die kosmischen Energien, die jetzt verfügbar sind. Wir erschauen einen Lichtpfad, der sich von der Menschheit bis zu jener Quelle erstreckt, wo die Liebe Gottes wohnt, die sich auf unserem Planeten durch Christus ausdrückt. In diese Liebe fühlen wir uns eingeschlossen und widmen die Gruppe dem Weltdienst.

Wir stellen uns vor, wie wir alle gemeinsam einen Kelch in die Höhe heben in einer hochkonzentrierten inneren Aspiration, in einem Anruf an die geistigen Kräfte des Lichtes und der Liebe, die in unser empfangsbereites Bewusstsein, - symbolisch in den hocherhobenen Kelch, - fliessen. Wir erheben ganz langsam die Hände:

»O DU, in dem wir leben, weben und sind,
die Kraft, die alle Dinge neu macht,
wende das Schicksal.der Menschheit dem Besseren zu,
rühre die Menschenherzen überall,
damit sie sich öffnen für den Geist der Liebe,
der Bruderschaft und gegenseitigen Verantwortung.
Lass den Willen zum Guten
die Triebfeder allen Handelns sein
und das Friedensreich auf Erden erstehen.
Möge die Liebe des Einen Lebens ausströmen
in unsere Herzen, durch unsere Gruppe
und in die ganze Welt.«

7. Stufe: Weitergabe an die Menschheit

Wir senken langsam unsere Hände und wenden uns der Menschheit zu. Wir lassen durch uns hindurch diesen lebendigen Kraftstrom von Licht, Liebe und schöpferischem Willen in das Bewusstsein der Menschheit ausströmen und sich ausbreiten.

Wir übermitteln den Energiestrom gemeinsam durch die grosse Invokation an die Menschheit.

Die grosse Invokation

Aus dem Quell des Lichts im Denken Gottes
ströme Licht herab ins Menschen-Denken.
Es werde Licht auf Erden!

Aus dem Quell der Liebe im Herzen Gottes
ströme Liebe aus in alle Menschenherzen.
Möge Christus wiederkommen auf Erden!

Aus dem Zentrum, wo der Wille Gottes thront,
lenke plan-beseelte Kraft die kleinen Menschenwillen
zu dem Endziel, dem die Meister wissend dienen!

Durch das Zentrum, das wir Menschheit nennen,
entfalte sich der Plan der Liebe und des Lichtes
und siegle zu die Tür zum Übel!

Mögen Licht und Liebe und Kraft
den Plan auf Erden wieder herstellen!

OM OM OM

Diese Invokation gehört nicht irgendeiner Person oder Gruppe, sondern der ganzen Menschheit.

»Die Schönheit und Stärke dieser Anrufung liegt in ihrer Einfachheit und darin, dass sie bestimmte Hauptwahrheiten zum Ausdruck bringt, die von allen Menschen als ganz natürlich angenommen werden, nämlich: Die Wahrheit, dass eine Ur-Intelligenz existiert, der wir unklar den Namen Gott geben; die Wahrheit, dass hinter allem äusseren Schein Liebe die treibende Kraft im Universum ist; die Wahrheit, dass eine grosse Individualität auf die Erde kam, von den Christen Christus genannt, und diese Liebe so verkörperte, dass wir sie verstehen konnten; die Wahrheit, dass Liebe und Intelligenz die Auswirkungen dessen sind, was Gottes Wille genannt wird; und schliesslich die selbstverständliche Wahrheit, dass sich der göttliche Plan nur durch die Menschheit selbst entfalten und auswirken kann.« – Alice A. Bailey.

Quelle: Louse Huber "Tierkreiszeichen. Reflexionen, Meditationen"
(API-Verlag, Adliswil)

Montag, 5. März 2012

Braucht die Huber Methode das "Heliozentrische" Horoskop?

Ich habe mich mit dieser Fage beschäftigt, weil mich grundsätzlich das Thema interessiert und ich die Idee, aus der Sicht der Sonne, also von einer hohen Geistebene auf das „Geschehen“ zu schauen, für durchaus gerechtfertigt halte. Denn es geht um Bewusstsein, im großen Zusammenhang ebenso, wie beim einzelnen Menschen. Alles, was dazu beitragen kann, unser Bewusstsein zu erweitern, sollte willkommen sein. 
Wir haben schließlich das Jahr 2012, für das Bewusstseinssprünge angekündigt sind... :-)...

Ich bin mit der Huber Methode aufgewachsen, alles, was ich gelernt habe, hat dort seine Wurzeln. Die Ausbildung zum Berater hat drei und die anschließende Ausbildung zur Lehrerin nochmals zwei Jahre in Anspruch genommen. Dazu drei Jahre Psycho-synthese nach Assagioli. Nun bin ich also 22 Jahre aktiv dabei und erkenne doch immer wieder neue Seiten in meinem Horoskop...

Mit der Huber Methode haben wir eine zwar junge Methode (erst ca 45 Jahre), aber m.E. gibt es keine, die besser durchdacht und erforscht ist. Es handelt sich um eine eigenständige Form von Psychologie. Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass es den Rahmen einer kurzen Stellungnahme sprengen würde, wenn ich sie alle aufzählen würde. Die wichtigsten sind die Betrachtungen der Ganzheitlichkeit mit dem Triple, Aspektbild und Alterspunkt unter Berücksichtigung der verschiedenen Deutungsebenen. Die Darstellung der Planetentafel nach Bruno Huber fasst genial zusammen, wie sich Charakter und Entwicklung in einem Gesamt-zusammenhang entfalten können. Die dreifache Persönlichkeit mit Sonne, Mond und Saturn sowie dessen positiver Deutung stellt eine grundsätzlich neuere Sichtweise dar, die sich tausendfach bewährt hat und im Einklang mit entwicklungspsychologischen Ansätzen steht, die an Universitäten gelehrt werden. Die kreatürlichen Planeten Mars, Venus, Merkur und Jupiter zeigen unsere Funktionsanlagen. Die Geistigen Planeten Uranus, Neptun und Pluto werden auf der schöpferischen Ebene betrachtet und erhalten ganz neue Bedeutung gegenüber allen klassischen Sichtweisen. Das ist nur ein ganz kurzer Einblick.

Mit dem Kausalhoroskop haben wir eine weitere Möglichkeit, tiefer in unsere unbewusste Seelenmotivation einzusteigen. Wir erkennen hier, welche Anstöße von der höheren Kausal-Ebene kommen, zum Teil beantwortet das unsere „Warum“ Fragen. Zugehörigkeit zu einer höheren Ashram-Ebene wird sichtbar.

Es muss uns natürlich klar sein, das nicht immer sofort alle Fragen in einem Horoskop beantwortet werden können, weil die Antwort immer vom Entwicklungsstand des Fragestellers abhängt. Daher gibt es immer wieder neue Aha-Erlebnisse mit dem eigenen Horoskop und jedes Mal ist das Bewusstsein gewachsen, die Erkenntnis umfassender.

Bei der heliozentrischen Horoskopdarstellung geht die Idee von einer übergeordneten Ebene aus: aus der Sicht eines kosmischen Beobachters. 

Bisher hatte ich nicht den Eindruck, daß dies notwendig sei, da der Mensch normalerweise mit sich selbst beschäftigt ist und genug Bezugspunkte da sind. Aber im Zusammenhang mit den vielen Diskussionen über das Jahr 2012 und dem angekündigten Bewusstseinssprung scheint mir diese neue Idee unterstützenswert. Das heliozentrische Horoskop geht natürlich auch vom Geburtsdatum mit Uhrzeit und Ort aus und nimmt dann aber eine Sonderstellung ein, weil sich technische Änderungen ergeben. Die Betrachtung ist eine übergeordnete Sicht auf das Leben des einzelnen, denn vom einzelnen geht es ja auch aus.  

Das Helio zeigt den solaren Plan für die Inkarnation, vielleicht den innewohnenden göttlichen Auftrag?

Es unterscheidet sich vom Kausalhoroskop dadurch, das dieses sich ebenfalls auf die praktische Lebensebene bezieht und evtl. anzeigt, wie der Mensch bestimmte Lebensabschnitte erleben will, was ihn dazu bringt, zu lernen und sich evtl. zu ändern, mit dem alleinigen Ziel, zu wachsen. Das ist eine spirituelle Sicht auf das „kleine“ Leben des Einzelnen, auf den „kristallisierten Lichtstrahl“, der jeder von uns ist.

Im Radix sehen wir, „wie wir gemeint“ sind mit der inneren Motivation für diese Inkarnation. Im Mondknotenhoroskop sehen wir die „unfinished things“, die uns zur Bearbeitung von innen antreiben. Hier wohnt unser Unbewusstses. Im Häuserhoroskop zeigen wir uns draußen, es zeigt unsere Anpassung an die Umwelt und evtl. Forderungen oder Förderungen durch diese. Wir haben dort gelernt, uns entsprechend zu verhalten. Wichtig für unsere Gesundheit ist, daß wir nicht dort verharren und das Häuserhoroskop mit dem Radix verwechseln!

Im heliozentrischen Horoskop, kurz Helio genannt, verändert sich der Blickwinkel. Das kommt einer, wie beschrieben, Beobachterrolle gleich (allerdings ziemlich objektiv, keine Verzerrung möglich, die Sonne steht immer in der Mitte des Planetensystems).

Berechnungsgrundlagen

Da das Helio aus der Sicht der Sonne auf unser Planetensystem gerichtet ist, fällt die Sonne in der Grafik weg. Ebenso fällt der Mondknoten weg und den Mond der Erde, der eine sehr persönliche, menschliche Ebene ausfüllt, lassen wir ebenfalls weg.  

(Die Monde der anderen Planeten zeichen wir ja auch nicht ein, dies nur für diejenigen, denen es schwer fällt, auf den Mond zu verzichten...). 

Dafür zeichnen wir die Erde ins Helio ein, denn von der Sonne aus ist sie einer der umlaufenden Planeten im System. Wir benutzen die 0° Widder Grafik, da es keinen irdischen Bezugsrahmen (Häusersystem) auf der Sonne geben kann und deuten die Planeten nur in ihren Zeichen und in ihrem zum Teil veränderten Aspektbild.

Die schnell laufenden Planeten wechseln aus Sicht der Sonne alle die Zeichen. Dies sind Venus und Merkur (Umlaufbahn zwischen Erde und Sonne) sowie Mars (Umlaufbahn nicht weit hinter Erde). Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto behalten ihre Zeichenpositionen bei.
(Viele Kollegen zeichnen meist noch Chiron und einige Transpluto zusätzlich ein, das lasse ich weg, weil ich mich mit diesen nicht identifizieren kann.)
Die Position der Erde finden wir immer in direkter Opposition zu Sonne. Über das Haus, in dem die Erde im Radix stehen würde, stellen wir die Verbindung zu diesem her, dort fließt die solare Energie ins Radix und gibt Aufschluss darüber, in welchem Zusammenhang bzw. Lebensbereich diese Energie genutzt werden soll...

Anhand meines Helio beschreibe ich nun kurz die Zusammenhänge 
(meine Helio-Grafik: siehe oben)
(Gabriele, 15.09.1951, Telgte (bei Münster), 18.45 Uhr)

Das Bild sieht sehr viel anders aus, als ich es vom Radix gewöhnt bin. Es bekommt mehr blau und weniger rot, grün fehlt ganz. Das Bild ist ruhig durch die Zweifarbigkeit, aber kardinal-veränderlich, also doch dynamisch.

Die Opposition Widder-Waage bleibt bestehen, Jupiter und Saturn bleiben in ihren Zeichen (s.o.). Venus steht nun an der kosmischen Spalte und bekommt eine Opposition zu Saturn: Klare Sicht und Urteilsvermögen kennzeichnen diese Oppositionen, die durch das Erkennen der kosmischen Harmonie eine innewohnende Ordnung und Struktur bewusst machen soll, die perfekt ist, göttlich! Diese kosmische Matrix zeigt den Irrtum von fehlgeleiteten Vorstellungen, Bewertungen und Unterdrückungen und bewirkt so Heilung durch Klarheit, durch Einhaltung der geistigen (kosmischen) Gesetze, durch Einfühlung und mit Dialog. Uranus liefert sporadisch gefühlte Erfahrungen in großer Klarheit an diese Konstellation: „Es ist, wie es ist“.

Es entsteht ein kleines Talentdreick aus Venus, Merkur und Mars. Das ergibt eine innewohnende Dynamik von spiritueller Hingabe, gefühlvoller Arbeit und praktischer Erkenntnis. Das bedeutet eine Entwicklungsspirale zu mehr Bewusstsein. Sie wird aus Anbindung an die kosmische Quelle (kosmische Spalte) unentwegt gespeist und entwickelt sich automatisch weiter, sobald das innere Streben aktiviert ist. Es bewirkt eine Verbindung der Gegensätze und eine Weiterentwicklung der Menschen hin zu Frieden und Liebe. Idee und Wunsch zu SEIN, bringen klare Ergebnisse in die Inkarnation. Je stärker der Gedanke, desto größer das Wachstum.

Neptun und Pluto stehen als Friedensrichter aufrecht da und liefern die Unterstützung der Weltgemeinschaft für alle Aufgaben, die dem großen Ganzen, dem kosmischen Plan dienen (keine Ego-Phantasien!). Sie schirmen Saturn ab, nehmen seine Härte heraus, damit durch Nachlassen von Kontrolle eine harmonische Entwicklung zu „Harmlosigkeit“ geschieht. In heiterer Gelassenheit, liebevoll neutralem Gleichmut soll Unterstützung für alle im Vordergrund stehen.

Die Erde nimmt eine Sonderstellung ein (abgelöst), sie steht autonom in Fische und beobachtet meinen kosmischen Plan, der für sie selbst zum Nutzen ist und zu ihrer spirituellen Vollkommenheit beiträgt. Ich sehe die Erde als einen lebendigen Organismus mit spirituellem Hintergrund, also auch mit Gefühlen, z.B. für Schmerz und Freude, bereit für Heilung. Sie ist meine Heimat!

Erde in Fische bringt den Ausgleich für zu viel Aufopferungsbereitschaft des Gegenzeichens Jungfrau, in dem drei meiner Radix-Planeten stehen (Sonne, Venus und Merkur). Aber das ist mir bewusst, es ist nicht neu, mein Radix-Mond und AC sowie Mondknoten stehen in Fische und sorgen ebenfalls für diesen Ausgleich auf der planetaren Ebene. (Zwischen Ordnung und Chaos sowie Helfersyndrom und Rückzug bin ich seit Äonen unterwegs..., siehe auch Mondknotenhoroskop).

Im Radix steht die Erde auf 27° Fische im Schatten des ersten Hauses. Ich sehe meine Aufgabe im Kontakt mit den Menschen, bei Begegnung und Arbeit (Anleitung und Beratung), an der Heilung des Bewusstseins mitzuwirken, eine Vorbildfunktion einzunehmen, Stärke zu zeigen um anderen Unterstützung zu geben. Und zwar mit gelebter Spiritualität, in die alle vorher beschriebenen Inhalte einfließen. Gemäß meinem Radix muss ich das aus mir selbst heraus tun, ohne andere vor zu schieben oder mich anderen unter zu ordnen. Ich muss selber stehen lernen und meinen eigenen Weg gehen. Zweifellos und angstfrei, unabhängig und eigenverantwortlich. (Dynamische Auszählung 10. Haus höchste Plus-Zahl, dort Schütze und Steinbock).

Daher sehe ich das Helio als Ergänzung, soweit sich meine vorläufige Erkenntnisfähigkeit mit diesen Ausführungen deckt. Wie anfangs erwähnt ist auch dies ein Prozess, der ständiger Veränderung unterworfen ist. Ich sehe es wertneutral und seine Aufgabe erfüllend. Man kann, ja sollte hier weiter überprüfen. 
Es ist alles im Fluss, auch unsere Bewusstseinserweiterungen entwickeln eine Eigendynamik.

Viele dieser Inhalte kann ich aber auch mit der mir gewohnten Huber Methode alleine ableiten, es mag noch „beruhigen“, das sich diese im Helio noch deutlicher abzeichnen... denn aus dieser Sicht zeigt sich, das ich genug Energie habe, um meinen Entwicklungsweg zu gehen, es läuft sowieso, wie es soll, da brauche ich mich gar nicht krumm zu legen (sehr rot-grünes, kardinales Radix), die Eingebungen und Entwicklungen kommen von innen heraus: „Es ist gut, was ist.“

Gabriele Vierzig-Rostek                                          Düsseldorf, 3.3.2012

Düsseldorfer Institut für Astrologische Psychologie (DIAP)
Gabriele Vierzig-Rostek - AstroPsycholgin (API) - Psychologische Beraterin (VFP)
Telefon: 0211-324958 Mail: viero@t-online.de Homepage: lebensberatungvierzig-rostek.de

Montag, 27. Februar 2012

Joachim Gauck, Bundespräsident im 2. Anlauf!

Kurzanalyse
Joachim Gauck
24.01.1940, 01.00 Uhr, Rostock

Es kursieren zwei verschiedene Uhrzeiten der Geburt, ich habe bereits für 10.00 eine Kurzanalyse erstellt, hier nun die Ausarbeitung für die bestätigte Uhrzeit 01.00 Uhr.

Nominiert am 19.02.2012 zum Kandidaten für das Bundespräsidentenamt rückt Joachim Gauck erneut ins Blickfeld öffentlichen Interesses. Als Chef der Gauck-Behörde, die die Stasi-Unterlagen aufarbeitete, hatte sich der ehemalige Pfarrer aus der DDR einen Namen in ganz Deutschland gemacht. Auch er hat 50 Jahre in Unfreiheit leben müssen, daher ist „Freiheit in Verantwortung“ seine wichtigste Maxime, sein Paradigma geworden. Das eignet ihn m. E. bereits zum Staatsmann, warten wir ab, was er daraus machen kann, denn die Kompetenzen sind ja begrenzt.

Radix-Persönlichkeitsprofil

Das Bild zeigt eine großrahmige, veränderlich-fixe Struktur auf dem 7. Strahl „Zeremonielle Magie, Rythmus und Ordnung“. Ein 0° AC (zwischen Waage und Skorpion, genau: 0° 4' 27'' Skorpion) zeugt davon, das er in seinem Leben oft wieder bei 0 anfangen muss... 

Das ICH ist einer ständigen Transformation unterworfen (Haus 1). Skorpion im ersten Haus zeugt von traumatisierenden Erfahrungen im nächsten Umfeld (es waren Kriegszeiten). Sogar im Rückzugsgebiet (Haus 12) wird durch das Zeichen Waage eine Anpassung an das DU mit seinen Ansprüchen gefordert, sodaß er sich früh einfügen musste, um zu überleben.

Das große Leistungsviereck ist latent, daher nicht immer wirksam. Übrig bleiben viele Dreiecke, die eine veränderliche Motivation bezeugen. Diese Persönlichkeit ist eigentlich veränderlich, die fixe (belastbare, leistungsfähige) Struktur ist ihr Thema, soll erst entwickelt werden (Mondknoten fest eingebunden als Ecke). Die Aufgabe ist, langfristig diese stabile Leistungsfähigkeit zu erarbeiten, dafür werden immer wieder Anreize sorgen, die nicht immer schmerzfrei sind. Mond, Merkur, Saturn und Mars sind zum Teil latent beteiligt, sein gesunder Menschenverstand wird herausgefordert und er war gezwungen, seine Gefühle und Wünsche ständig zu hinterfragen, z.B. ob er dem System oder eher seinen gefühlten Wahrnehmungen vertrauen schenken durfte. Strukturen werden von ihm verlangt, die er erst entwickeln musste und manchmal sind launenhafte Reaktionen vorprogrammiert (Mond Quadrat Mars), die zu Wutausbrüchen in der Jugend geführt haben dürften. Saturn in Widder im Schatten vor DC wollte mit Ehrgeiz stabile Anerkennung beim DU erreichen und dort für sein angesammeltes Wissen akzeptiert werden. Evtl. wirkte das manchmal auch abweisend, weil er sich so bei den Menschen, denen er begegnete, unbeliebt gemacht hat, man ihn evtl. als Streber bezeichnete (Schulzeit?). Es war Überlebensnotwendig im System der DDR ... 
Das große Lerndreieck (auch Dominantdreieck genannt) aus Neptun, Merkur und Saturn entwickelte ihn nach und nach zu einer flexiblen Persönlichkeit, die geschickt im Umgang mit Menschen und einfühlsam gegenüber den Notwendigkeiten des Lebens zu einer selbstsicheren Ausstrahlung geführt hat. Visionen bekommen so Struktur und Phantasie kann sich zu einem positiven Weltbild entwickeln, sogar im Schatten der Diktatur, wo von ihm Funktionieren im Sinne des Systems verlangt wurde. Daran beteiligt war das Ambivalenzdreieck aus Sonne, Jupiter und Pluto: er erkannte schnell (Jupiter in Widder), daß er sich im Machtapparat (Pluto im Schatten vor MC in Löwe) nur Ansehen erarbeiten konnte, wenn er seine Gedanken und seinen Verstand den Denknormen der Umwelt und den Traditionen der Umwelt anpasst. Mit Sonne-Merkur hat er auf der Denkachse einen Beruf ergriffen, der im weiteren Sinne über Lehren zu Lernen und wieder zurück geführt hat und sein Herz erfüllt. 

(Als Beispiel die Worte von Bruno Huber: „Wer lehrt, lernt selbst am meisten!“) 

So gewann er an Beliebtheit im näheren Umfeld und bei seiner Arbeit als Pfarrer. Dadurch konnte er sich ein gewisses Maß an innerem Freiraum schaffen. (Mond in Krebs, eingeschlossen in 9).

Feste, enge Partnerschaft könnte für ihn ein Reizthema sein (Uranus in 7). Die abgelöste Venus in Fische, seine sensible Anima, deutet ebenfalls in diese Richtung, er versteht die Frauen evtl. nicht... oder fühlt sich nicht verstanden. Es ist eine Sache für sich...
(Seit 21 Jahren lebt Joachim Gauck von seiner Ehefrau getrennt. Da er noch nicht geschieden ist - er ist seit vielen Jahren in einer Fernbeziehung mit seiner Partnerin Daniela Schadt, einer Journalistin verbunden - werden wir evtl. noch spannende Veränderungen sehen... In der Zeitung lesen wir bereits, dass von Frau Schadt erwartet wird, ihr Leben auf den Kopf zu stellen und auf alle eigenen Positionen oder Karriere zu seinen Gunsten zu verzichten... Es ist zweifelhaft, ob er das überhaupt mag!)

Der Mondknoten in 12 in Waage sagt, er soll über Rückzug in sein Inneres seine Spiritualität entdecken. Dort kann er zu eigener innerer Ausgeglichenheit finden und dadurch eine klare Urteils- und Unterscheidungsfähigkeit entwickeln, die ihm den Weg weist, wie er sein Leben in den Dienst der Menschheit stellen kann, in sich ruhend immer bereit, auf andere zu zu gehen.

Häuser-Horoskop

Im Häuserhoroskop wird aus der veränderlich-fixen Struktur eine sehr großrahmige Vielecksfigur. Wir finden eine latente Drachenfigur mit Mond-Pluto und den geistigen Uranus und Neptun, sowie am langen Ende Merkur-Sonne vor. Diese ist umgeben von einem sehr stabilen Leistungsviereck. So wirkt er stark wie ein Fels in der Brandung und für jede Herausforderung gewappnet. Ein einziges kleines grünes Halbsextil zeigt schnelle Reaktion durch wache Sinnes-Wahrnehmung auf. Dies ist mit Venus verbunden, die so über das feine Erspüren von Stimmungen mit dem Wunsch nach Wohlbefinden eingebunden ist. Das übrige Bild ist stark rot-blau. Die Drachenfigur diskutiert nicht gerne, aber da sie latent ist, steht das große Talentdreieck stärker da und weist auf ein großes geistiges Potential, eine Vorbildfunktion, in der Visionen, neue ehrgeizige Gesellschaftsmodelle für eine bessere Zukunft für die Menschen schlummern (Neptun, Uranus und Sonne, diese in Wassermann und mit Merkur in Steinbock). Das Leistungsviereck kann unermüdlich auf allen Ebenen arbeiten und neue Wege zur Lösung von Problemen schaffen.
Mit diesem Bild traut man ihm zu, eine gerechte Sache mit Herzblut zu verteidigen (Mars und Jupiter in 6, Saturn vor 7) und für Schwache einzustehen. (Der geläuterte Widder arbeitet als geistiger Pionier, stellt seinen Arbeitseinsatz dienend zur Verfügung). 
Man erwartet das alles von ihm!

Im Radix hat er weniger Aspekte und das Bild ist instabiler, also braucht er Rückzugszeiten, um auf zu tanken, damit er nicht überfordert wird auch im Hinblick auf seine Gesundheit! Seine empfindliche Anima in Fische in 5 wird von Jupiter Impulse bekommen und mit einem Trigon zum Mondknoten helfen, daß er im Rückzug auftanken kann (dabei hilft evtl. seine Partnerin).

Mondknotenhoroskop - Unbewusstes

Die senkrechte Vierecksfigur im MKH und Persönlichkeit auf dem ersten Strahl „Wille und Macht“ deutet darauf hin, daß das Unbewusste von Joachim Gauck eine starke Persönlichkeit enthält, die mit Sonne am TP 9 für Freiheit und Verantwortung steht und mit Saturn am DC bereit ist, Widerstand zu leisten, sollte dieses Paradigma von anderen bedroht werden. Das machte ihn für die Machthaber der ehemaligen DDR fast unangreifbar, denn diese Konstellation liegt unter seinem Geburtsbild, so dass man von außen diese Kraft unterschwellig wahr nimmt. Jupiter und Uranus tauschen die Positionen, so daß jeweils der eine unter dem anderen liegt. Man bekommt Respekt vor so einem Menschen, der einen brillianten Geist ausstrahlt. Sonne und Mond tauschen ebenfalls die Positionen und liegen untereinander. Gefühl und Verstand bekommen so eine stabile Verbindung aus dem Unbewussten! Man fühlt deutlich, daß hier eine Persönlichkeit erscheint, mit der „man rechnen muss“, die geduldig darauf warten kann, bis „seine Zeit“ kommt. Mond (mit Pluto) am IC deutet auf patriarchale Unterdrückung seiner persönlichen Bedürfnisse, was sich besonders in der Kindheit/Jugend auch in dieser Inkarnation ausgewirkt haben dürfte. Das entwickelte die Fähigkeit zu Geduld noch weiter...

Seine Worte im Kanzleramt, das er „für Freiheit und Verantwortung“ stehe, werden hier nochmals eindrucksvoll bestätigt!

Fazit

Bei der ersten freien Wahl im Jahre 1990 wurde Joachim Gauck im Wahllokal mit Tränen in den Augen gesehen und er sagte, es sei ein so glückliches Gefühl, diese Freiheit nach 50 Jahren Zwang in Unfreiheit endlich erleben zu dürfen. Sein Alterspunkt war damals im Krebs am IP (eingeschlossen in 9) nahe beim Mond, in dieser Zeit waren Gefühlsausdrücke vorprogrammiert, wie sie sonst eher unsichtbar vor der Öffentlichkeit blieben (eingeschlossenes Zeichen, schwache Wasser-Besetzung).

Im Bereich 9. und 10. Haus mit Mond und Pluto sowie Löwe MC war Joachim Gauck als Leiter der "Gauck Behörde" mit der Aufarbeitung der DDR Stasi-Vergangenheit beschäftigt, er beförderte viel himmelschreiendes Unrecht zu Tage und ist heute noch hoch angesehen dafür! Für ihn war es eine Gewissensarbeit.

Bei der ersten Nominierung zum Präsidenten im Mai 2010 war er im Talpunkt des 12. Hauses und hatte vom Alterspunkt ein Quadrat zu Mond, das deutet auf eine unerfüllte Sehnsucht oder eine enttäuschte Erwartung, viele rote Aspekte stehen für Unruhe aber auch für innere Entwicklung.

Am 24. Januar 2012 ist er beim AC angelangt, die Lebenskräfte sind auf Neuanfang eingestellt. Der Alterspunkt wechselte kurz zuvor ins AC-Zeichen Skorpion. 
"Krieger bin ich und aus dem Kampf gehe ich siegreich hervor" (Entwicklungsziel im Zeichen Skorpion).
Seine Sonne bekommt bereits jetzt ein Quadrat und ebenfalls Pluto, er wird viel Energie brauchen, aber hat sie im Moment auch, er ist doch noch zum höchsten öffentlichen Ansehen nominiert... zum Amt des Bundespräsidenten!

Ich glaube, wir haben mit Joachim Gauck einen würdigen, fähigen und charismatischen Anwärter auf das Amt des Bundespräsidenten und ich wünsche ihm alles Gute!

Montag, 20. Februar 2012

Herzlichen Glückwunsch allen Fische-Geborenen (19.2.-21.3.)


Das Zeichen Fische ist das veränderliche Wasser-Zeichen im Zodiak. Deshalb sind auch die Gefühle stark ausgeprägt. Der Fischgeborene ist ein Fühltypus. Er kennt alle Nuancen der Gefühle, innere Bewegungen  subtilster Art, die ihn sehr sensitiv und empfindsam machen. Es ist das Zeichen der Hingabe, Fische können sich mit allem identifizieren, das sie lieben. Oft verlieren sie sich in dieser hingebenden Liebe und tun alles, in fast unterwürfiger Selbstaufgabe, für den geliebten Menschen. Diese Fähigkeit des Fischezeichens kann uns heute zum Fische-Vollmond helfen, uns mit unserem innersten Wesen zu identifizieren. Es ist jene Hingabefähigkeit, die zur Einswerdung führt und uns mit dem göttlichen Ursprung verbindet, aus dem wir einst hervorgegangen sind. Es ist eine projektierende Kraft, die uns einen Verbindungsweg zum inneren Wesen und damit Zugang zur transzendentalen Welt gibt. Das ist ein besonderes Verfahren, um mit jenen Bereichen in Beziehung zu kommen, die wir suchen und die wir auch brauchen, um eine wirksame Aufgabe in der Welt leisten zu können. Das bringt uns in Beziehung mit einem Daseinszweck, der grösser ist als unser gegenwärtiger. Schon die geringste Andeutung dieser Hingabebereitschaft entspricht einem Beitrag an den großen Evolutionsplan, der alles Leben auf diesem Planeten der Vervollkommnung entgegenführt. Durch -die wahre Hingabe an ein größeres Ziel vereint sich unser kleiner, persönlicher Wille mit dem göttlichen Willen; wir werden getragen von der idealisierenden und inspirierenden Kraft unserer inneren Vision, die uns Flügel verleiht.

Invokation, Evokation und Gebet

Um nun mit diesen geistigen, aus unserem tiefsten Wesen strömenden Lebensquellen in Verbindung zu gelangen, meditieren wir und sprechen am Schluß jeder Meditation die »Große Invokation«. Invokation heißt zu deutsch Anrufung. Es handelt sich dabei ganz einfach um die Anrufung von höheren Energien und Qualitäten. Wenn wir ein tieferes Verständnis für die schöpferische Wirkung von Invokation und Evokation haben, können dadurch bessere Resultate erzielt werden. Wir können sicher sein, daß auf jeden Anruf eine Antwort erwartet werden kann. Die Antwort ist die Evokation, die Reaktion, die wir selbst hervorgerufen haben. Wenn wir uns vorstellen, daß die Tierkreiszeichen Qualitäten und Substanzen einer lebendigen Wesenheit sind, dann rufen wir diese in unserer Tierkreis-Meditation sozusagen an und erwarten, daß sie sich uns zeigt, sich offenbart und uns antwortet.

Seit Menschengedenken hat man versucht, sich im Gebet höheren Energien oder Mächten zu nähern. Ein großer Mystiker hat einmal gesagt: »Gebet ist der Aufschrei des Herzens, das Kräfte erkennt, die grösser sind als die eigenen«. Immer wenn ein Mensch in Not gerät, fängt er zu beten an. Er wendet sich an eine göttliche Allmacht, von der er Hilfe erwartet. Zum Gebet hat der Mensch schon Zuflucht genommen, bevor die Dämmerung der Geschichte überhaupt anfing. Ich erinnere nur an den Affen, der beim Sonnenuntergang vergaß, seine Banane weiterzuessen, weil er in tiefe Betrachtung versunken war. Später wurden sich die Menschen mehr und mehr bewußt, daß sie von Kräften umgeben waren, mit denen sie in Verbindung treten und von denen sie Hilfe erwarten konnten. Zunächst riefen sie diese Mächte an durch Opfergaben und Unterwerfung, in umständlichen Ritualen und Bittstellungen, wie dies heute noch bei primitiven Völkern üblich ist. Später entstanden religiöse Zeremonien, Andachten und Gottesdienste. Irgendeine Art des Betens oder des Sich-Hinwendens wird es immer geben. Die Wissenschaft von Invokation und Evokation, das sogenannte Mantra-Yoga, ist die modernste Ausdrucksform dieser inneren Notwendigkeit, mit höheren Kräften zusammenzuarbeiten. Jede Art der Meditation und alle Möglichkeiten, mit der subtileren geistigen Welt Verbindung zu suchen, folgen dem Gesetz von Invokation und Evokation. Es ist eine Nachfrage, die ein Angebot bereithält, oder wie es in der Bibel ausgedrückt wird: »Auf halbem Wege komme ich ihnen entgegen.« Das ist das innere Geschehen des Zeichens Fische.

Die Sehnsucht des Fische-Menschen

Im Zeichen Fische sehnen wir uns nach einem Abschluß, nach Ruhe und Frieden, nach einem Land, das »unsere Sprache spricht«, nach unserer göttlichen Heimat. Deshalb tritt hier auch hin und wieder der Todeswunsch auf. Gleichzeitig sind aber die aufkeimenden Kräfte zu neuem Leben, zu neuem Anfang im Zeichen Fische verborgen. Es ist das Zeichen der Rückkehr in des Vaters Haus, aus dem wir einstmals fortgegangen sind, von dem aus wir unseren Lebensweg begonnen haben. Es ist das Zeichen, wo sich in geheimnisvoller Weise Tod und Leben, Anfang und Ende berühren, wo das Alte sich mit dem Neuen verbindet. Wenn das Alte vergangen oder aufgelöst ist, sehnen wir uns nach etwas Neuem, was uns wieder belebt und weiter fortschreiten läßt. Das Weitergehen entspricht auch den Füssen, die dem Zeichen Fische zugeordnet sind!

Der esoterische Saatgedanke lautet:
»Ich verlasse des Vaters Haus, und indem ich zurückkehre, erlöse ich«
.

In diesem Saatgedanken ist etwas über die doppelte Wirkung des Zeichens Fische enthalten. Wir gehen fort, wir verlassen den hohen Ort als Seele, inkarnieren uns im physischen Körper, werden ein Gefangener dieses Körpers, und sehnen uns zeitlebens zurück nach der Freiheit und Ungebundenheit des geistigen Seins.

Das Fische-Symbol

Das Zeichen Fische gehört zu den dualen Zeichen. Sein Symbol besteht aus zwei, durch ein Band miteinander verbundenen Fischen oder Schalen. Die eine Schale stellt die Seele dar, die andere die Persönlichkeit oder die Form des Menschen. Die beiden Schalen sind während der Manifestationsperiode aneinandergebunden durch eine Horizontale, den Lebensfaden oder dem Sutratma. Anfang und Ende, Leben und Tod, Mensch und Kosmos treffen sich hier. Eines der Schlüsselworte für die Fische ist Knechtschaft oder Gefangenschaft. Im ersten Teil des evolutionären Zyklus, wenn die Seele sich inkarniert, wird sie zum Gefangenen der Materie. In der zweiten Hälfte, nach der inneren Umkehrung, wenn man sich wieder auf den Weg zurück zum Hause des Vaters begibt, wird die Persönlichkeit zur Gefangenen der Seele.

Der Weg der Seele — Die Rückkehr

Ein anderes Schlüsselwort für die Fische ist Verzicht oder Loslösung. Auch dieser Schlüssel hat doppelte Bedeutung. Zuerst verzichtet die Seele auf die Geborgenheit ihrer eigenen Heimat, die durch das Wort »des Vaters Haus« symbolisiert wird. Sie steigt hinunter in den Ozean der Materie, in das Dunkel. Sie identifiziert sich mit der Form und vergißt ihren wahren göttlichen Ursprung. Erst durch Leid und Schmerz erwacht sie wieder zu ihrem wahren Bewußtsein und wendet sich erneut geistigen Dingen zu.

Wir erkennen, daß materielle Sicherheit, Erfolg, Anerkennung und Besitz uns nicht viel nützen kann, weil alles Irdische vergänglich ist. Wir erkennen die Nichtigkeit aller materiellen Dinge, weil wir nichts mit hinübernehmen können, wenn der Tod an die Türe klopft. Deshalb geschieht im Zeichen Skorpion, das ja ein Wasserzeichen wie Fische ist, die große innere Umkehr, und im Zeichen Fische kehrt man nach Hause zurück. Auf dem Weg zurück trifft man viele andere, denen man von seiner eigenen Erfahrung berichtet und ihnen die Begeisterung, die Hingabe, den Verzicht und die Loslösung von der Gefangenschaft in der Materie nahebringt, damit auch sie den Weg zurück betreten können.

Opfer und Tod

Das dritte Schlüsselwort ist »Opfer und Tod«. Dies wird in dem Buch »Esoterische Astrologie« von Alice A. Bailey wie folgt beschrieben: »Die Herren des Willen und des Opfers kamen in die Manifestation hinab und opferten ihre hohe Stellung und ihre Gelegenheiten auf den höheren Manifestationsebenen, um die Materie zu erlösen und die darin verkörperten Wesen zu ihrer eigenen Stufe hinaufzuheben. Dies ist die subjektive Absicht, die dem Opfer dieser göttlichen Wesen zugrunde liegt, die wir unserem eigenen Wesen nach selbst sind. Ihre Eigenschaften sind Wissen, Liebe und Wille, und sie sind unaufhörlich von ausharrender Hingabe beseelt. Sie versuchen, den Tod der Formgestalt in seiner okkulten Bedeutung und die darauffolgende Befreiung des innewohnenden Lebens zu einem höheren Bewußtseinszustand hinaufzuführen. In diesem Vorgang sind alle Welterlöser - vergangene, gegenwärtige und kommende -die offenbarten Symbole und ewigen Bürgen. In solchen Erkenntnissen wie diesen muß man die Haupttriebfeder für das Leben des Dienstes suchen. Man findet oft, daß die in diesem Zeichen geborenen Menschen der Menschheit behilflich sind und auf irgendeiner Bewußtseinsebene ihren Bedürfnissen dienen. So werden sie auf das letzte Opfer in den Fischen vorbereitet, das sie zurück in ihren ursprünglichen Beweggrund aufnimmt, wie es der Alte Kommentar ausdrückt.«

Polarität Fische-Jungfrau

Wie bekannt müssen wir im Zeichen Jungfrau arbeiten und unser tägliches Brot verdienen, alles in Ordnung halten, damit das Leben gesichert ist. In den Fischen hingegen, wollen wir von all dem nichts wissen. Wir sehnen uns nach dem von allen irdischen Nöten freien Bewußtsein. Wenn die existenziellen Nöte schweigen und die Erfüllung der täglichen Pflichten nicht mehr die alleinige Richtschnur für uns ist, dann öffnen wir unser Bewußtsein zu neuen Dimensionen. Wir öffnen uns für das Sein, für das überweltliche Ganze. Es tritt das universelle Bewußtsein ans Tageslicht, dessen Wandlungskraft alle statischen Begrenzungen hinter sich läßt und der Dynamik des sich entfaltenden Lebens entspricht.

Im Fischemonat können wir uns auch einmal ausruhen, wir dürfen uns ruhig gehenlassen, alles fallenlassen, was uns bedrückt. Manchmal sollen wir eine Krankheit, die kommt, annehmen als eine Möglichkeit auszuruhen und zu uns selbst zurückzufinden. Dadurch werden die heilenden seelischen Kräfte wieder frei. Manche Menschen machen in diesem Monat die Erfahrung, daß sie auf und davon wollen, sie sehnen sich nach der Ferne, nach Ruhe und Frieden und wollen am liebsten alles, was sie belastet, hinter sich lassen. Sie fliehen vor den Verantwortungen des täglichen Lebens. Das ist die Polspannung von Fische und Jungfrau, der Existenzachse.

Im Fischemonat können wir erfahren und lernen, daß es keine Sicherheit in dieser Welt gibt, die beispielsweise die

Jungfrau immer sucht, daß die Sicherheit in der Unsicherheit, oder besser gesagt, im reinen Zustand de kontinuierlichen Bewußtseins liegt. Bewußtsein ist aber nur dann kontinuierlich, wenn es sich ständig bewegt, nirgends anhaftet, sondern immer in Bewegung, im Fluß und auf der Wanderschaft ist.

Keim der Ich-Entfaltung

Im Zeichen Fische liegt auf geheimnisvolle Weise auch der Anfang des Lebens, hier beginnt der Keim der Ich-Erfahrung sich zu bilden, aber er ist noch nicht sichtbar. Genau wie draußen in . der Natur die Knospen noch geschlossen sind, in ihrem Inneren aber bereits die Kraft zum Leben pulsiert, genauso wirken in Fische diese beiden Kräfte. In den Fischen ruht die Vorbereitung für das Kommende. Das Geistige ist hier Forderung und Ideal für die Zukunft, jedoch noch nicht volle, gegenwärtige Wirklichkeit. Die höhere Welt besteht meistens nur in der Vorstellung. Deshalb leben Fische-Menschen oftmals in einer visionären Traumwelt, die mit der Wirklichkeit kaum übereinstimmt.

Einfühlungsvermögen

Im Wesenskern des Fische-Geborenen findet sich keinerlei Härte oder extremes Verlangen nach Ich-Durchsetzung. Vielmehr sind sie beseelt von Hilfsbereitschaft, Mitleid und intuitivem Einfühlungsvermögen in das Wesen anderer Menschen. Dies kann meistens in der

heutigen leistungsorientierten Zeit nicht genügend gewürdigt werden, und dadurch besteht die Gefahr, mit dieser Empfindsamkeit Mißbrauch zu treiben. Solche Menschen werden oft unterdrückt und bleiben mehr oder weniger im Hintergrund. Sie sind oft wenig geeignet, den Existenzkampf zu bestreiten.

In den engeren Gemeinschaften wird immer Harmonie gesucht, da dem Fische-Menschen jeglicher Streit, Konflikt und Zwang zur Durchsetzung unangenehm ist. Ein Gefühl des Nicht-Verstandenseins herrscht oft vor und kann die Ursache von depressiven Stimmungen sein. Er fühlt sich nirgends zu Hause. Er sehnt sich nach »einem Land, das seine Sprache spricht«, nach Menschen, die ihn tief verstehen. Häufig besteht ein Abgrund zwischen seiner Gefühls- und Anschauungswelt und der näheren oder weiteren Umwelt. Was er als seine heiligsten Gefühle und Ideale hält, wird von seinen Mitmenschen durch Nichtverstehen oder durch Verunglimpfung geschmäht. Daran leidet er zeitweise sehr. Ursache dieses Leidens ist sein idealistisches Weltbild, dessen Verwirklichung schwierig, wenn nicht sogar unmöglich ist, - und die Umwelt wird ihm das immer schmerzlich vor Augen halten.

Mystische Neigung - Dualitätserfahrung

Die mystische Neigung des Fische-Geborenen läßt ihn in allem das Höchste suchen; er möchte die nüchterne Wirklichkeit auslöschen und ihr einen anderen Sinn geben. Auf der einen Seite sucht er nach abwegigen Dingen, was ihn oft zum großen Idealisten und Mystiker werden läßt, auf der anderen Seite neigt er dazu, das Leben umzudeuten, der Wirklichkeit einen anderen Sinn zu geben. Wenn er sich zu sehr versteigt, dann kann diese Haltung zu einer Lebenslüge werden. Sein Leben stimmt nicht mit seinen Vorstellungen überein. Eingespannt in den großen Gegensatz von Geist und Materie, findet er schwerlich einen Weg, diese zu vereinigen. Es ist die Dualitätserfahrung, die sowohl im Zeichen Fische wie in allen anderen beweglichen Zeichen psychologische Probleme und geistige Krisen verursacht. Das Symbol der zwei aufrechtstehenden Fische veranschaulicht diese Dualität. Es ist hier die Gegenüberstellung von Seele und Persönlichkeit, die als Dualität auftritt. Es sind aber auch die »zwei Seelen in meiner Brust«, die so oft besungen wurden und zwei Wesensteile darstellen.

Beim Fische-Menschen will sich der eine Teil an alles hingeben, in allem aufgehen, weil dieses Alles für ihn das Große Ganze bedeutet. Es ist die Sehnsucht des Mystikers, in das Allbewußtsein einzugehen. Er hat kaum Angst, sich selbst zu verlieren, weil er tief innen ahnt, daß er sich im Großen Ganzen wiederfindet. Der andere Teil jedoch will sich selbst bleiben. Er will die Individualität in der höchsten Form erleben, fürchtet sich aber vor der totalen Isolation, vor der Einsamkeit, die jedes individuelle Bewußtsein tragen lernen muß.

Leben und Tod

Oft kämpfen im Zeichen Fische die Abbaukräfte des Todes um die Vorherrschaft gegen den neuen Manifestationsdrang. Da das wäßrige Neptun-Zeichen den Fisch-Menschen leicht in einen Zustand der Entgrenzung treibt, so besteht die Gefahr, daß die auflösenden Mächte, die Freud die »Todestriebe« nennt, tatsächlich überhandnehmen. Wenn die Triebkräfte von diesem Todes-wunsch bestimmt werden, entbrennt ein Kampf um die Erhaltung des Lebens. Im positiven Fall wird das Alte überwunden und ausgelöscht, damit das Neue zum Leben erweckt werde. Es geht im wesentlichen darum, den Abgrund, der zwischen Tod und Leben liegt, zu überwinden. Das können wir nur durch den unabänderlichen Willen zum Leben erreichen, sonst werden wir in das Nichts hineingezogen und verlieren den echten Realitätsbezug, der zu einem gesunden Leben gehört.

Es liegt also an unserem eigenen Lebenswillen, der stark genug sein muß, um in das Neuwerden hineinzugelangen. In diesem Monat kämpfen wir alle in irgendeiner Weise um das Leben, sei es physisch, indem wir krank sind, oder psychisch, wenn wir mutlos und enttäuscht sind oder mental, wenn wir nur noch das Negative sehen und Gefahr laufen, in eine Depression zu fallen. Gegen all diese herabziehenden Kräfte müssen wir uns wehren, indem wir das Leben, so wie es ist, voll bejahen und uns bemühen, das Beste aus allem zu machen.

Die Planetenherscher

Bei dieser Betrachtung von Leben und Tod ist es interessant, daß Jupiter der exoterische und Pluto der esoterische Herrscher des Zeichens Fische sind. Jupiter, der die Energie des zweiten Strahles der Liebe und Weisheit übermittelt, verbindet die beiden Fische, die die Seele und die Form darstellen, und bringt sie in funktionelle Beziehung zueinander. Durch diese magnetische Macht entsteht neues Leben.

Der Pluto hingegen vermittelt die Energie des 1. Strahles von Wille und Macht, er hat mit der eingangs erwähnten Hingabefähigkeit und Willensbildung zu tun. Der Planet Pluto hat eine Beziehung zum Tod, allerdings nicht unbedingt im physischen Sinne. Er bedeutet häufig den Tod oder das Ende von alten Zuständen und Zyklen, die kommen und gehen. Pluto stellt auch den Zusammenhang dar mit dem physischen Tod, der alles in tiefen Schlaf versetzt, der alles Gewesene auslöscht, damit Neues entstehe und ein neuer Zyklus der Manifestation oder der Wesensäußerung beginnen kann. In dieses Neuwerden muß man mit einstimmen, indem man seine Willenskräfte zum Leben im eigenen Mittelpunkt sammelt und sein gereinigtes ICH-Zentrum der Welt zum Dienst anbietet. Dies soll im Widder-Zeichen geschehen.

Im Fische-Symbol verbindet ein Band die beiden Wesenszüge. Dieses Band ist das Zentrum. Es ist das ICH und stellt symbolisch den Sitz des wahren Selbst dar. Dies hat eine verstehende Beziehung zur inneren wie auch zur äußeren Welt. Es ist das tiefste Wesenszentrum, das alles in sich vereinigt, sowohl das individuelle wie auch das universelle Bewußtsein. Ein ähnliches Symbol ist das Kreuz, das ja im Fischezeitalter durch Christus eine so tiefe Bedeutung bekommen hat. Der Mittelpunkt des Kreuzes als Punkt des Bewußtseins vereinigt das Innen und Außen, das Oben und Unten. Um wahres Selbstbewußtsein zu erlangen, darf der Fisch sich weder im uferlosen Nichts verlieren noch sich in einem überspitzten Ichgefühl isolieren, sondern er muß die Mitte finden, die ihn mit der transzendentalen Welt verbindet.

Wandlung und Geburt des Ich's

So geschieht im Fische-Zeichen eine echte Wandlung des eigenen ICHs. Diese Wandlung gleicht dem Stirb-und Werde-Prozeß im Skorpion. Aber sie vollzieht sich tief im eigenen Innern, in der Stille, in der Einsamkeit, fern vom bunten Treiben der Welt. Die Wandlung und das Neuwerden kommen gleichsam wie der »Dieb in der Nacht auf leisen Sohlen«, - oft, ohne daß man es merkt. Es bricht eine neue Dimension ins Bewußtsein ein, -ähnlich wie in der Natur der Tag erwacht, nachdem in der Dämmerung ein verheißungsvolles Sehnen spürbar wurde. Fischequalität ist dieser Dämmerung ähnlich. Man schreitet über das hinaus, was vorher dem weltorientierten Selbst so wichtig erschien. Man wird empfänglich für höhere, geistige Eindrücke, nachdem die Nacht oder der Schlaf alle vorherigen Eindrücke ausgelöscht hat. Man wird wieder demütig, fast kindlich gläubig, unschuldig, und gibt sich an etwas Höheres hin. Man ordnet sich in das Große Ganze ein und fühlt sich geborgen, weil man sich selbst aufgegeben und persönliche Ansprüche überwunden hat.

Dies geschieht mit relativer Leichtigkeit im Zeichen Fische und während des Fische-Monats, denn jetzt kommen die meisten Triebkräfte zur Ruhe, - eine kurze Weile nur, bevor das Leben von neuem erwacht und über einen hinwegbraust und weltliche Dinge wiederum unsere Aufmerksamkeit fordern. In dieser Ruhepause gelangt man zur Wirklichkeit des eigenen Selbst, - in einem höheren Sinne in ein Stadium der Kontemplation. In dieser »Ruhepause zwischen zwei Tätigkeiten« wird das magnetische Feld erzeugt, das uns hinaus- oder hineinträgt in das Innerste unseres Wesens, in das Einssein mit dem ALL. In diesem inneren Wesenskern ist das Sein, aus dem heraus wir existieren. Dieses Sein ist das transzendentale, das göttliche Selbst, von dem alles Leben ausgeht und in das es wieder zurückkehrt. Es ist das Große Leben des EINEN, in dem wir leben, weben und unser Dasein haben. Nach diesem All-Bewußtsein strebt das Fische-Zeichen. Es fühlt sich dort aufgehoben.

Um in dieses Schwingungsfeld des EINEN LEBENS zu kommen, brauchen wir die metamorphotische Kraft des esoterischen Herrschers Pluto. Er zerstört die Bande, die uns an die Materie fesseln. Pluto führt direkt ins innerste Wesenszentrum hinein und bringt alles Hinderliche aus den niederen Regionen an die Oberfläche, um es dann zu zerstören. Man kann dies als eine Art esoterische Psychoanalyse betrachten.

Wie bereits erwähnt, hat Pluto mit dem Tod, mit der Zerstörung der Form und der Wandlung zu tun. Wenn wir im Zeichen Fische den Tod und das Sterben richtig verstehen und akzeptieren können, liegt darin zugleich das Überwinden des kleinen ICHs, das uns an diese Welt bindet. Dies führt uns zum Gewahrwerden eines größeren Lebens und tieferen Wesens in uns selbst. Wir alle haben das schon erlebt: Wenn wir uns in das Unmögliche schickten und unser kleines Ich aufgaben, fühlten wir uns im Innern aufgefangen von einer höheren Ordnung und einem tieferen Sinn; und gleichzeitig kehrte das Unbegreifliche, das uns widerfuhr, an seinen Platz zurück und störte uns nicht mehr. So fühlt sich der Fische-Mensch, der sich in seine eigenen Tiefen fallen läßt, von ganz woanders her aufgefangen und durchflutet von einer Wärme und Liebe, die nicht von dieser Welt sind, die ihn aber in all seiner Verlassenheit aufnehmen und bergen. Die vereinenden Kräfte des eigenen Selbst, die Erfahrung eines größeren Lebens und Seins, die Einheit aller Seelen, machen den Fische-Menschen unverwundbar. In diesen Erfahrungen, die Tod, Widersinn und Verlassenheit dieser Welt übersteigen, liegen die Quellen eines neuen Lebens und eines neuen Anfangs in dem Sinne: »Siehe, und ich mache alles neu«. Diese Worte wurden uns verheißungsvoll von Christus verkündet, der als Welterlöser gilt und zum Zeichen Fische eine wesentliche Beziehung hatte.

Die erlösende Funktion

Auf die erlösende Funktion (siehe Esoterischer Saatgedanke) der Fische ist von H.P. Blavatsky deutlich hingewiesen worden. Sie sagt in der Geheimlehre (Bd. I S. 717): »Diese Konstellation leuchtet als das Symbol aller vergangenen und zukünftigen spirituellen Erlöser, die Licht spenden und mentale Dunkelheit vertreiben«.

Es ist gut, sich von der Rolle eines Erlösers einen klaren Begriff zu machen, denn Selbstsucht und Bequemlichkeit der Durchschnittsmenschen haben einen falschen Begriff vom Wesen und von der Funktion eines Erlösers geschaffen. So ist besonders während des christlichen Zeitalters geglaubt worden, daß Erlösung erreicht werde durch das stellvertretende Opfer dessen, der die Sünden anderer auf sich nahm. Viele denken, es genüge, an den Erlöser zu glauben, persönliche Ergebenheit für ihn zu fühlen und ihn anzuflehen, um auf diese Weise Erlösung zu erlangen und in das Paradies aufgenommen zu werden. Das ist eine naive Vorstellung von der wahren Natur der Erlösung.

Erlösung bedeutet vor allem Freiwerden von der Knechtschaft des Lebens auf den drei niederen Ebenen, Freiheit vom Rad der Wiedergeburt. Erlösung bedeutet Loslösung von materiellen Begierden und Wünschen und folglich Umgestaltung der Persönlichkeit. Erlösung fordert deshalb Selbstbemühung und tätige Mitarbeit von jedem einzelnen Menschen. Es gibt verschiedene Wege und Arten der inneren Befreiung.

Im neuen Zeitalter: Freude statt Leiden

Im neuen Zeitalter liegt die Betonung in bezug auf Erlösung nicht wie in der Vergangenheit auf Opfer und Leiden, sondern auf der Freude, was in den folgenden inspirierenden Worten ausgedrückt worden ist: »... Eine neue Art der Erlösung wird anbrechen. ... Der Becher des Leidens und die Agonie des Kreuzes sind dem Ende nahe. Freude und Stärke werden ihren Platz einnehmen. Statt des Leidens werden wir die Freude empfinden, die sich zum Glück entwickeln und dann schließlich zur Seligkeit führen wird. Wir werden die Kraft haben, welche nichts anderes kennen wird als Sieg.« Diese erlösende Mission der Fische ist im Saatgedanken deutlich ausgedrückt und wird uns die Befreiung von der Todesfurcht bringen; denn der Tod ist nichts anderes als das Hinüberwechseln in einen anderen Bewußtseinszustand, in dem neues Leben zur Entfaltung drängt.

Aus dem Buch von Louise Huber:
"Die Tierkreiszeichen. Reflexionen – Meditationen"
(API-Verlag, Adliswil)